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Familie Muße Vor und nach Corona

Das bleibt jetzt so – bleibt das jetzt so ?

rechts rein, links raus, oder was ?

Abstand halten, Hände waschen, Mund,-Nasenschutz, Eltern nicht treffen, Bruder nicht treffen, Patentante nicht treffen, nur drei Leute im Kino, einen fremden Menschen umarmen (einfach so), Zoom-Konferenzen, Streaming-Festival, das Theater nur ein Drittel voll, den Hinterausgang benutzen, Kontaktverfolgungsformular ausfüllen, Agentur für Arbeit nur online, zu heiße Sommer, mehr Fahrrad fahren, mehr digitale, weniger physische Präsenz, oft allein oder zu zweit, selten in der Gruppe…

Und das alles mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen. Bei mir war es vom 13. auf den 14. März 2020. Okay, eine Zeit lang war alles viel schlimmer. Man durfte gar nicht ins Cafe oder ins Kino, ging alles gar nicht. So gesehen ist das ja jetzt eine Verbesserung, oder ? Warum nur beschleicht mich das seltsame Gefühl, dass es mit der Erfindung eines Impfstoffes gegen das Virus dennoch vieles nicht wieder so sein wird wie vor dem Lock-Down ?

Es wird auch nicht alles schlimmer sein, vieles sogar besser.

Es freute mich, wenn wir auch “danach” noch respektvollen Abstand zueinander wahren würden, nicht immer so ellenbogenmäßig rempeln, beispielsweise. Auch wäre es gut, wenn ich alle meine Meldungen bei der Agentur für Arbeit auch weiterhin online tätigen kann. Ich habe Freude an webinars und Zoom-Konferenzen. Ich fahre auch nicht gerne wegen jedem Popel überall hin. Gut auch, wenn ich vieles von zu Hause aus erledigen kann.

Ungezwungen ?

Nur diese Ungezwungenheit, wenn wir die nicht zurück bekämen, das fände ich schade. Ich mag es nämlich nicht so, wenn ich bei jeder alltäglichen Handlung ständig darüber nachdenken muss, ob das jetzt geht oder nicht. Ich wäre in meinen Alltagshandlungen gerne wieder spontaner. Auch, wenn ich es gut finde, Zeit zu haben, darüber nachzudenken, welche Folgen für Menschen und Umwelt meine täglichen Handlungen haben. Das ist nämlich dringend nötig, und das Vor-Corona-Hamsterrad hat mir das nicht erlaubt, nachzudenken. Und auch Muße zu haben, um zu überlegen, wie ich persönlich meinen Beitrag leisten kann. Auch, wenn das sau-unbequem ist.

Na ja – ans “neue Normal” gewöhnt man sich ja irgendwann – nur: meine 80 jährige Mutter (welche an einer Vorerkrankung leidet) einfach mal so, ohne nachzudenken, in den Arm nehmen können, das fehlt mir. Auch, wenn sie 500km entfernt wohnt. Aber zu wissen, dass ich es könnte, wenn ich es denn wollte. Das wäre schön.

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